Seniorenheim Burglengefeld Planungen

BRK-Seniorenwohnheim in Burglengenfeld:
Miteinander leben, aktiv sein und bleiben

Nach mehreren Begehungen und auf Basis vorhandener Bestandsaufmasse entstand nachfolgendes bauliches Konzept: Ersatzneubau eines Senioren Wohn- und Pflegeheimes mit integrierter Kinderkrippe.

Die Altbauten können nicht oder nur mit hohem unwirtschaftlichen Aufwand saniert und nach den Vorgaben der AV PfleWoqG umgebaut werden. Der ursprüngliche Gedanke bis zu 150 Bewohnerplätze durch Ersatzneubauten zu schaffen, wurde zu Gunsten zweier, kleinerer Einheiten mit insgesamt 100 (letztlich 104) Plätzen fallen gelassen.

So wird es nun fünf Ebenen mit zehn Wohngruppen mit jeweils neun bis elf Bewohnern geben. Das sind in Summe 104 Betten in 94 Wohneinheiten; 84 Einzelzimmerbetten davon 5 Doubletten und 20 Doppelzimmerbetten.

Es wurde versucht, möglichst alle Zimmer mit R-Standards, zumindest aber alle nach DIN 18040, auszustatten. Bei den Nasszellen ist eine durchgängige Barrierefreiheit nach DIN 18040 – rollstuhlgerecht – vorhanden.

Grundlage für den Entwurf waren die Tatschen, dass die Bauzeit für die Heimbewohner zwar interessant, aber nicht über Maße störend oder gar als Belästigung und Einschränkung empfunden wird. Die Lösung waren die abschnittsweise Bebauung und eine zügige Bauweise zu finden.

Grundriss Seniorenheim Burglengenfeld

Wie wird gebaut?

Die Ausführung als Holzbau stellte sich schnell als ökologische und in Sachen Wärmedämmung hocheffiziente, wenn auch nicht günstige Bauweise heraus. Durch die geringe Höhenlage mit maximal drei Vollgeschossen konnte auch das Thema Brandschutz im Holzbau ohne größere Aufwendungen bewerkstelligt werden. Durch den Holzbau ist gewährleistet, dass die lärmintensiven Arbeiten des konventionellen Rohbaus im Wesentlichen entfallen und die Verbindung durch den Bauabschnitt 1 zur Versorgung des noch bestehenden Bauteils ehemaligen Krankenhauses schnellstmöglich auf trockenem Fuße erfolgen kann.

Mit dem Holzbau können die angestrebten energetischen Ziele relativ problemlos realisiert werden. Die Innenräume mit sichtbaren Holzdecken und gemütlichen Oberflächen stellen eine Besonderheit unter den Oberpfälzer Heimen dar. Bei dem Objekt dürfte es sich um den größten Holzbau in der Oberpfalz handeln. Der Innenbereich wird dabei mit schadstofffreien Wandverkleidungen aus Fichten- oder Lärchenholz ausgeführt. Teilbereiche werden im Trockenbau verkleidet. Der diffussionsoffene Aufbau der Holzständersysteme wird mit Zellulose gedämmt. Die Fenster aus recyclebarem Holz- oder Holzaluminium ausgeführt. Die Außenverkleidung erhält Nadelholzverkleidung im erdgeschossigen Bereich und Balkonbereichen und eine Plattenverkleidung aus Holzcompositwerkstoffen. Die Wertschöpfung bleibt somit im regionalen Bereich. Die Beheizung erfolgt vorerst mit einer Pelletsheizung und kann mit einem Blockheizkraftwerk ergänzt werden.

Der energetische Standard ENEV 2014 ist bereits eine Herausforderung. Der Holzbau ermöglicht aber ohne Probleme eine weitere Verbesserung der Dämmwerte der Hülle. Durch entsprechende Heiztechnik (CO2-neutral) ist das Erreichen des KFW 55-Standards gewährleistet.

Sommerlicher Hitzeschutz
Hinterlüftete Fassaden, die sich wesentlich weniger aufheizen, begrünte Dächer, die Wasser speichern und durch Verdunstung den Wärmeeintrag reduzieren. Lichthöfe mit automatischer Nachabkühlung über die natürliche Konvektion mit Zuströmöffnungen an den Gebäudeenden und Wärmeabzug im Zentrum. Individuell steuerbare, aber auch zentral regelbare Sonnenschutzlamellen vor den Elementen.

Wohlige Wärme
Individuell regelbare hohe Heizkörper zum dagegen – lehnen in den einzelnen Zimmern und Fußboden Temperierung über den regelbaren Badheizkörper in allen Nasszellen. Der Bewohner kann individuell und nach seinen Bedürfnissen handeln.

Gute Luft durch KWL
Jeder Wohnbereich hat eine eigene separat regelbare Be- und Entlüftungsanlage (Kontrollierte Wohnraumlüftung) Gerüche werden mit stündlichem Luftwechsel beseitigt. Frische Luft ist also auch bei geschlossenem Fenster gewährleistet.

Licht
Natürliches Licht sollte ist absolutes Muss. Reicht aber nicht immer aus, denn mit zunehmendem Alter lässt die Sehkraft nach. „Ein 60-Jähriger benötigt bereits zwei- bis dreimal so viel Licht wie ein 20-Jähriger. Ein durchschnittlicher 86-jähriger Heimbewohner braucht fünfmal so hohe Beleuchtungsstärken wie ein junger Mensch. Daher ist das gut abgeschirmte Licht am Pflegebett, nebst dem blendfreien und indirekten Licht einer Allgemeinbeleuchtung von großer Bedeutung.“ (Quelle: Nullbarriere.de) Aus diesem Grund gibt es intelligente LED Beleuchtungssysteme mit tageslichtabhängiger Beleuchtungsstärke und in den Zimmern neben einer Allgemein Beleuchtung auch zusätzliche Wandleuchten. Grundlage der Beleuchtungsplanung ist hier die VDE 6008 barrierefreie Lebensräume.

Wichtig für die Konzeption sind die geschossübergreifenden Lichthöfe im jeweiligen Knotenpunkt. Vogelkäfige, Pflanzen und bewohnbare Flure werden gemäß Musterbauordnung (MBO) durch entsprechende technische Einrichtungen (Brandmeldeanlage, stiller Alarm, direkte Alarmierung der Feuerwehr) usw. ermöglicht.

Nicht nur die Aufenthaltsbereiche in den Bewegungsflächen, die immer am Lichthof angedockt sind, sondern auch die offenen Hauswirtschaftsbereiche, Küchen, Stationszimmer, Wohn- und Essbereiche sollen die Betriebsamkeit, die Teilnahme am Tagesablauf und die Einbeziehung der Bewohner wo immer es geht unterstützen. Die Offenhaltung von Rauch- und Brandschutzabschlüssen ist grundlegend. Durch die Lichthöfe ist auch der direkte Kontakt bis in das Erdgeschoss – dem Dorfplatz möglich. Schallübertragungen werden durch Akustische Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit in den Lichthöfen ermöglicht.

Was wird gebaut? Zusatzangebot für Bewohner

Früher wohnten viele Generationen unter einem Dach. Heute werden viele Großeltern im Seniorenheim untergebracht. Im Zuge der Ersatzneubauten am Seniorenheim des BRK in Burglengenfeld, sollen das JUNG und ALT nicht nur durch Kooperationen mit Schulen gestärkt werden, sondern eine richtige Kinderkrippe integriert werden. Das Recht auf Enkel kann so auch für Kinderlose Senioren noch erlebbar werden.

Durch die Ersatzneubauten (Bauteil 1 und 2) mit Bewohnerbereichen entsteht im Erdgeschoss BA 1 und den Eingangsbauten das „Marktplatzkonzept“ Kapelle, Frisör, Zahnarzt, Fußpflege, Arzt, Café und jetzt auch „Kindergarten“ schaffen für die Bewohner nicht nur einen angedachten Marktplatz sondern tatsächlich, täglich genutzte Einrichtungen. In Ergänzung zu dem kleinteiligen Wohngruppenkonzept im 1. und 2. Obergeschoss sowie EG Bauteil 2 mit eigenem hauswirtschaftlichen Bereichen, eigener Küche, Essenvorbereitung und „häuslichen“ Wohnzimmer kann so das Konzept um das Thema Kinderbetreuung erweitert werden.

Besonderheiten des Konzeptes

Alle Räume sind rollstuhlgerecht erreichbar. Dies gilt auch für die Außenanlagen und gemeinsamen Freibereiche von Senioren und Kindern.

Senioren werden für Kinder aktiv

Regelmäßig Besuche von Senioren in der Kindertageseinrichtung zu gemeinsamen Spiel-, Vorlese- und Erzählstunden. Das bedarf einer genauen Vorausplanung, die bereits mit der Gebäudearchitektur beginnt damit die Gegebenheiten der Einrichtungen und die Wünsche von Kindern und Senioren aufeinander abgestimmt werden können. Vorlesestunden, Erzählstunden.

Kinder und Senioren tun etwas gemeinsam

Gemeinsames Kochen, Backen, Gemeinschafts- und Gesellschaftsspielen, regelmäßig Spaziergängen oder der gemeinsamen Gartenarbeit. Nach wie vor erweisen sich Tiere als die besten Kontaktvermittler, denn sowohl Kinder als auch viele alte Menschen interessieren sich oft sehr für Tiere. Gemeinsame Betreuung von Hühner und Hasen. Gemeinsame Aktivitäten wie Gymnastik, Sitztanz, Singen, Musizieren, Basteln und Bildnerisches Gestalten.

Das direkt an der Parkanlage Galgenberg gelegene Seniorenheim bietet im Erdgeschoss mit großer  teilüberdachter Terrasse das Park Café an. Diese von Senioren mit betriebene Einrichtung steht für alle Gäste und Besucher des Heimes aber auch für die Bevölkerung offen. Es ist so angeordnet, dass es von der Straße aus einsehbar ist und mit seiner Südwestausrichtung idealer Platz zum Verweilen.

Wie im Dorf auch, gibt es eigene Räume mit entsprechender Ausstattung für regelmäßige Friseurtermine, Zahnarzt- und Arztzimmer, Fußpflege usw.

Die Seniorenhilfsstelle im Seniorenheim ist eine Einrichtung, die den Kontakt zu Nicht – Heimbewohnern knüpft. Seien es Fragen zu Formularen, Antragstellungen, häuslicher Pflege, Seniorenprogrammen oder einfach Fragen des täglichen Lebens, so gibt es in der erdgeschossigen Verwaltung tagsüber Ansprechpartner, die hier weiterhelfen.

Ferner sollen Fortbildungsmöglichkeiten nach den Programmen der bay. Staatsregierung wie „Senioren ans Netz“ angeboten werden.

Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Möglichkeiten rechtzeitig Zugang in die sozialen Netze zu finden.

Die Einrichtung von entsprechenden WHATSAPP Gruppen (Seniorengruppe) ist hier genauso vorgesehen, wie bauliche Maßnahmen und technische Einrichtungen. (freies W-Lan im Erdgeschoss)

Die gesamte Planung wurde auf die selbstbestimmte Wohngemeinschaft ausgerichtet. Die Umsetzung des Konzeptes setzte sich bis in die Außenanlagen Gestaltung fort. Die ursprünglich geplante Zentralküche wurde zu Gunsten umfangreicher Einzelküchen und personalintensiver Einzelküchen abgeändert.

Einfache Wäsche wird vor Ort gewaschen und getrocknet und wider sortiert und zusammengelegt.

Die Grundversorgung der Hauptmahlzeiten kommt zwar aus der Zentralküche. Morgens und abends sowie sämtliche Beilagen werden aber individuell in den Einzelküchen gemacht. Praktisch vier Einzelküchen- vier verschiedene Beilagen.

Wohngruppen mit Eigenversorgung
Wenn wir schon einen eigenen Hauswirtschaftsbereich haben, dann müssen wir auch einen Hausgarten haben. Hochbeete, Pflanzflächen – rollstuhlunterfahrbare Gartenarbeitsbereiche.

Der Hühnerstall
Kleines Freigehege für die täglichen Frühstückseier. Aufstehen und Schlafen gehen mit den Hühnern. Der Tagesrythmus – Aufgabe, Betreuung usw.

Der Bienenstock
Imkern für den eigenen Honig. Wir haben genügend Flächen, wo Bienen ungestört sammeln können (Hang hinter Waschbetonbau)

Die Küchen – Kochen für Jung und Alt
Senioren und Jugendliche. Kochen wie zu Omas Zeiten. Kooperation mit der Landwirtschaftsschule, Mittelschule.

Seniorenbetreuung und Schule
Projekt mit dem Gymnasium (P-Seminare vgl. Altenheim Oberviechtach) Nutzung der Wohn-Kochbereiche und der Freibereiche. Überlieferung alter Kochtraditionen. Wir kochen für Omas und Opas.